Feb
23
2014

Reisehinweis und Reisewarnung – was sind die Unterschiede?

Aus gegebenem Anlass muss ich mich hier mal mit dem Unterschied zwischen Reisehinweisen und Reisewarnung beschäftigen. Das wird nämlich – vor allem von deutschen Medien – gerne verwechselt. Eigentlich gibt es noch eine dritte Kategorie, nämlich die wichtigen Sicherheitshinweise. Herausgegeben werden alle vom Auswärtigen Amt. Das definiert die drei Hinweisarten wie folgt:

Website Auswärtiges Amt

Website Auswärtiges Amt

Reisehinweise enthalten Informationen unter anderem über die Einreisebestimmungen eines Landes, medizinische Hinweise, straf- oder zollrechtliche Besonderheiten. Sie werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

Sicherheitshinweise machen auf besondere Risiken für Reisende und im Ausland lebende Deutsche aufmerksam. Sie können die Empfehlung enthalten, auf Reisen zu verzichten oder sie einzuschränken. Gegebenenfalls wird von nicht unbedingt erforderlichen oder allen Reisen abgeraten. Auch die Sicherheitshinweise werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

Reisewarnungen enthalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. Sie werden nur dann ausgesprochen, wenn aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen in ein Land oder in eine bestimmte Region eines Landes gewarnt werden muss. Eine Reisewarnung wird nur selten ausgesprochen. Deutsche, die in diesem Land leben, werden gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert.

Reisewarnungen werden sehr sehr selten herausgeben. Zur Zeit gibt es Reisewarnungen für Länder wie Libyen, Tschad, Jeman, Südsudan etc. Für manche Länder gibt es Teilreisewarnungen, was sich in der Regel auf Teile des Landes bezieht. So wird vor Reisen nach Fukushima in Japan gewarnt. Für Thailand gibt es keine, auch keine Teil-Reisewarnung. Nach deutschem Recht kann ein Reisender kostenfrei stornieren, wenn es für sein Reiseziel eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt gibt.

Sicherheitshinweise beziehen sich auf bestimmte Landesteile. Für Thailand sieht das so aus:

Von Reisen in und durch die unter Notstandsrecht stehenden Provinzen im Süden Thailands an der Grenze zu Malaysia (Narathiwat, Yala und Pattani sowie Teile von Songkhla) wird dringend abgeraten. Es besteht die anhaltende Gefahr terroristischer Anschläge, auch auf von Ausländern frequentierte Ziele, so. z. B. zuletzt auf ein Hotel in Hat Yai. Von Reisen in die Grenzregion zu Kambodscha, insbesondere nach Preah Vihear und zu den anderen in diesem Bereich befindlichen Tempelanlagen, wird dringend abgeraten.

Diese Gebiete liegen nicht auf den bekannten Touristenrouten. Ein aktueller Reisehinweis besagt unter anderem: “Es wird weiterhin empfohlen, Demonstrationen und Menschenansammlungen im gesamten Bangkoker Stadtgebiet zu meiden.”

Für Spanien heisst es unter anderem: “In der Urlaubszeit kommt es häufig zu Überfällen auf Touristen entlang der spanischen Autobahnen (insbesondere auf der A 7 zwischen der französisch-spanischen Grenzstation La Jonquera und Barcelona, aber auch danach).”

Diese Hinweise sollten Reisenden eine Hilfe sein welche Gebiete zu meiden sind, wo es aus welchen Gründen gefährlich werden könnte. Die Welt ist nunmal kein Wunderland, und deshalb braucht es solche Anmerkungen. Sie werden übrigens von den Botschaften vor Ort regelmäßig aktualisiert. Es empfiehlt sich diese Hinweise genau durchzulesen und die dort genannten Ort mit den eigenen Reisezielen abzugleichen.

Wenn es also demnächst wieder in den Medien heisst “das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach…” dann empfiehlt es sich auf die Webiste des Amtes zu schauen. Es ist meistens keine Warnung sondern nur ein Hinweis.

Written by thomaswanhoff in: Asien,Travel |

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