Sep
30
2010
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Warum Touristen immer die gleichen Orte besuchen

Ich reise viel in Asien. Zuerst war ich der klassische Tourist, jetzt fahre ich Freunde besuchen, zu Konferenzen, zum Shoppen. Als klassischer Tourist besucht man die klassischen Orte: Den Eiffelturm in Paris, Schloß Neuschwanstein, Manhattan, den Tafelberg, Angkor Wat. Und erst seitdem ich eben nicht mehr als normaler Toursit reise, weiß ich was es damit auf sich hat.

Zunächst sind das natürlich Highlights: Man kann nicht in Kambodscha gewesen sein ohne Angkor Wat gesehen zu haben. Paris ohne Eiffelturm ist wenig sinnvoll. Es gibt aber noch einen anderen Grund: All diese Orte sind sicher für Touristen. Ich meine dabei weniger Kriminalität, sondern ein Gefühl des Aufgehoben sein. An solchen Orten sprechen die Verkäufer Englisch, es gibt meist saubere Toiletten, das Essen ist gut mit viel Auswahl. Es muss gar nicht Schnitzel mit Pommes sein, aber eine Speisekarte auf Englisch reicht schon. Soll heissen: Wir finden uns zurecht.

Begeben wir uns aber abseits dieser Touristenspots, wird es schnell abenteuerlich. Sicher, manche mögen Abenteuer, kein Problem. Aber suchen Sie mal in Bangkok in der Nähe der Asok-Station ein Postamt (es ist neben dem Landmark Hotel). Oder versuchen Sie mal in Saigon ein Spannbettuch zu bekommen, und nur eins, keine Kissenbezüge dazu. Es bedarf meist einer großen Portion Zuversicht und Glück, wenn man – wie mir passiert – plötzlich ohne die kleinen Gummidinger, die die Brille auf der Nase halten, in Manila unterwegs ist. Wie heißen die gleich auf Englisch? Nosepads. Gibt es die beim Optiker? Zum Glück ja.

Natürlich Erlebnisse wie diese sind das Salz in der Suppe. Aber ich kann verstehen, wenn manche Touristen sich diesen Stress (und solcher ist das bisweilen) nicht antun wollen und in der Hotelanlage bleiben wollen.

Written by thomaswanhoff in: Uncategorized |

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