Apr
18
2014
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Die größte Wasserschlacht der Welt: Neujahr in Südostasien

Wenn die Thais im April Neujahr feiern, dann erlebt man dieses sonst eher zurückhaltende und schüchterne Volk von einer anderen Seite: Songkran heisst vier Tage lang feiern, was das Zeug hält. Und zum Feiern gehört Wasser, eine Menge Wasser. Was einst gedacht war als spirituelle Handlung (eine Art Waschung) hat sich im Laufe der Zeit zu einer gigantischen Wasserschlacht entwickelt. Wer in den vier Tagen von Songkran nicht nass werden will, muss zu Hause bleiben – oder im Hotel.
Songkran in Thailand

Aber nicht nur die Thais feiern so: Auch in Laos und Myanmar wird Wasser gespritzt als ob es keine Trockenheit gäbe (was übrigens ein Problem ist, weil es nämlich eine gibt). In Laos ist es Phi Mai (New Year), in Myanmar ist es Thingyan. Und man sagt, in Yangon sind die Wasserschlachten die heftigsten.

Wer in Bangkok feiern will, dem rate ich zu den Feiern an der Central World Shopping Mall. Hier feiern viele Thais, und man hat trotzdem eine tolle Party. Die Kaosan Road ist vor allem für Ausländer, meistens Backpacker, die sturzbetrunken halbnackt durch die Straße laufen. Silom Road ist ebenfalls eine Partyzone, aber ziemlich überlaufen (und in diesem Jahr wohl in Hand der Gay-Community).

In Laos kann mann das Neue Jahr sowohl in Lauang Prabang als auch in Vientiane feiern. Ersteres ist etwas ruhiger und spiritueller, in der Hauptstadt hingegen geht die Post ahn: Beer Lao hat eine eigene Partyzone, und die jungen Laoten haben ihren Spaß auf Pickups durch die Stadt zu fahren und jeden nass zu machen der in den Weg kommt. Am Phi Mai Sonntag gilbt es auch eine Prozession in der Innenstadt, während der nicht gespritzt wird.

People celebrating Lao Phi Mai in Vientiane

People celebrating Lao Phi Mai in Vientiane

Songkran ist übrigens weder eine thailändische Erfindung noch eine aus Laos. Es hat seine Ursprünge in Indien und wurde dann adaptiert. In Kambodscha wird ebenfalls im April gefeiert, und zwar das Wasserfest, aber ohne die Wasserschlachten. Statt dessen gab es dort in der Vergangenheit Bootsrennen am Fluss, nachdem aber vor einigen Jahren eine Massenpanik viele Tote forderte und später Demonstrationen in der Stadt den Rücktritt von Premier Hun Sen forderten, ist das Fest in den vergangenen Jahren abgesagt worden. Statt dessen gehen die Khmer in die Tempel und besuchen die Familie.

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha,Thailand |
Apr
04
2014
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Angkor Wat entdecken mit Google Street View

Es ist eher Zufall dass ich Angkor Wat nochmal im Blog habe, aber die News ist einfach zu gut: Das Google Street View Team hat die Tempelanlage online gestellt. Wer möchte kann nun virtuell durch alle Tempel laufen und sich mal ein Bild davon machen, wie grossartig und weitläufig Angkor ist.

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Das Google Maps Team kam bereits 2013 nach Kambodscha und begann dort erfolgreich Phnom Penh zu kartieren. Für Angkor Wat wurden 90.000 Bilder in 360 Grad Ansich gemacht, und zwar von über 100 Tempeln. Das bedeutet, dass auch manche für Touristen geschlossene Tempel dabei sind.

Ich war etwa 12 Mal in Siem Reap und in Angkor, aber ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Wer dem Link oben folgt bekommt ein paar direkte Links zu Tempel. Man kann auch einfach Angkor Wat bei Google Maps eingeben und dann Street View Modus einschalten. Aber Achtung: Man kann sich sehr schnell verlaufen. Gut dass der Ausweg nur einen Mausklick weit weg ist (oder einen Tap aufs Touchpad).

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Apr
03
2014
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Waisenhaus-Tourismus: Nein, es hilft nicht Kindern in Kambodscha

Bei ETN ist gerade ein sehr engagierter Artikel über Waisenhaustourismus in Kambodscha erschienen, der sich an einem Bericht der Huffington Post aufhängt. Ich habe zwei Zahlen herausgepickt:

75 Prozent mehr Waisenhäuser
71 Prozent der Waisen haben Eltern

Kids near Siem Reap

In der Tat ist Waisenhaustourismus Big Business. Man tut nichts Gutes. Die Kinder arbeiten quasi als Waisen und müssen oft auch noch in Handarbeit Souvenirs herstellen, was gerne auch als eigenes Business dargestellt wird – nur gehen die Profite nicht an die Kinder.

Kostprobe aus dem Artikel:

Tourists are being bussed to these so-called orphanages in droves thinking they are doing something good when in fact it is more likely to be doing harm. Even Australian Geraldine Cox, supported by Cambodian Prime Minister Hun Sen, the “Queen of Orphanage Tourism” has said that there are many false places with no effective child care policies in-place.

Ein paar Erfahrungen die ich gemacht habe: Kambodschanische Kinder haben sehr wohl schon Weisse gesehen, und sie freuen sich nicht wenn westliche Touristen mal vorbeikommen. Was ich in Waisenhäusern und Schulen am meisten gehört habe war: “Aber Du bist ja nur einen Tag/Woche/Monat hier, dann gehst Du wieder.” Sie lernen auch nicht Englisch an einem Tag, und Fussball können sie auch untereinander spielen – meist besser als wenn übergewichtige Touristen schwitzend dem Ball hinterher rennen.

Volonturism hilft dem Gewissen der Touristen und den Bankkonten derer die es organisieren, aber nicht den Projekten vor Ort. Dann bitte zu Hause bleiben und dem Projekt den Reisepreis inklusive Flug überweisen (nicht aber einem Waisenhaus, bitte).

Huff Post Autor Adam Pervez (er nennt sich auch noch Professional Volonturist, was an sich schon eine Frechheit ist), scheint nicht wirklich eine Ahnung zu haben wie man hier in der Dritten Welt lebt, wenn er rät:

For those seeking to minimize their impact on the environment, use public transportation in cities and buses or trains to reach new destinations. Bring a water bottle with you and fill it with clean water wherever possible to avoid buying bottled water. You can also buy carbon offsets to mitigate your environmental impact for the miles you will travel. You will also get to walk a mile in local shoes, which often leads to incredible experiences.

Erstmal ist ein moderner Minivan mit neuester EU-Norm wesentlich umweltfreundlicher als die uralten Busse, und vor allem ist er auch sicherer. Die Straßen hier sind sehr gefährlich und in einem Fahrzeug ohne Sicherheitsgurt zu sitzen zeugt von Selbstmordabsicht. Das Auffüllen von Wasserflaschen ist eine Glaubensfrage und nicht wirklich überall möglich – ich habe das bisher nur in Thailand gesehen.

Volkommen albern ist aber das:

Shop or eat at a multinational chain and your impact is much less than shopping and eating at small, family-run stores and restaurants

Der Unterschied ist nämlich, dass Angestellte in den “multinational chains” erstmal überhaupt ein Gehalt bekommen, und in der Regel auch über dem Mindestlohn. Sie haben in der Regel auch genügend Zeit, nebenbei zu studieren und bekommen oft auch eine Sozialversicherung (ich habe mit Angestellten zum Beispiel von Pizza-Company genau darüber gesprochen). Ein Familienbetrieb bedeutet oft genug Ausbeutung, eben kein eigenes Gehalt, keine Sozialversicherung und keine Kontrolle über Arbeitszeiten. Aber es ist ja soooo authentisch von einem 12jährigen nachts um 1 Uhr noch eine Nudelsuppe für einen Dollar zu bekommen (man stelle sich vor welchen Anteil er davon bekommt).

Ich meine damit mitnichten dass wir mehr McDonalds und Co brauchen, sondern würde es gerne sehen wenn die kleinen Familienbetriebe endlich wenigstens die eigenen Gesetze und Bestimmungen einhalten würden.

Noch ein paar Links zum Thema Orphanage Tourism:

http://www.theguardian.com/world/2014/jan/02/cambodia-child-protection-workers-call-for-end-to-booming-orphanage-tourism

Hier gibt es noch gute Bilder von den Invasionen der Gutmenschen:

http://www.thomascristofoletti.com/portfolios/the-boom-of-the-orphanage-tourism-in-cambodia/

Und schliesslich muss man der Huff Post zu Gute halten, dass sie auch anders kann:

http://www.huffingtonpost.com/daniela-papi/cambodia-orphanages-_b_2164385.html

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha |
Mar
31
2014
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Im Luxus-Zelt wohnen und Angkor Wat entdecken

Angkor Wat war, als ich in Kambodscha wohnte, so etwas wie unser zweites Zuhause. Natürlich wollten alle Freunde und Verwarnte die uns besuchten dorthin, und sehr oft hatte meine Frau geschäftlich dort zu tun. IN der Regel haben wir in der Stadtmitte gewohnt und von dort aus unsere Touren gemacht. Jetzt gibt es aber eine etwa aussergewöhnliche Alternative: Übernachten im Luxuszelt. Diethelm Travel (ja, das ist die Firma in der meine Frau arbeitet) bietet ein sehr extravagantes Paket an.
Luxus Zelt Kamboscha
Die Zelte sind geräumige Wohnzelte wie man sie eher von afrikanischen Zeltcamps kennt und mit allem ausgestattet, was man auch in einem Hotelzimmer findet. So ist ein großes Doppelbett Standard. Im Zelt hat man 40 Quadratmeter Platz, und praktisch angebaut ist ein Bad mit Dusche und Toilette. Wer gleich seine Freunde mitbringen will, kann das tun: Bis zu 10 Gäste können im Zeltcamp untergebracht werden.
Luxuszelt Kambodscha
Das Camp wird aufgebaut wo immer man es möchte (und die lokalen Behörden es zulassen). Direkt am Angkor Wat Tempel geht das natürlich nicht, dafür aber in den Aussenbereichen, zum Beispiel Am Flussufer, auf einem den nahen Berge, bei einem der etwas ausserhalb gelegenen Tempel oder mitten im Dschungel. Für die Tempelcamps stehen Preah Khan Thom, Banteay Ampeul Temple, Koh Ker Temple, Kampy and Sambor Prei Kuk Temple zur Verfügung.
Bad im Luxus Zelt
Gekocht wird vor Ort vom eigenen Chef, der im Open Air Esszimmer die Speisen auch serviert. Buchen kann man das Ganze über Diethelm Travel Kambodscha. Am ersten Tag wird man im Mercedes Benz E280 vom Chauffeur abgeholt. Nach dem Mittagessen geht es zum Helikopterflug (20 Minuten) über Angkor und dann zu den Tempel selbst. Am nächsten Morgen geht es ins Zeltcamp und zum verlassenen Beeng Mealea Tempel und am Nachmittag zum Loh Kor Tempel. Geschlafen wird dann im Camp, dort gibt es auch ein Khmer Abendessen.

Mit 600 Dollar pro Person für die 3 Tage ist die Tour nicht billig, aber ihr Geld wert, finde ich. Ist halt auch eine Luxustour. Man kann die Tour auch umstellen, wobei dann natürlich Mehrkosten entstehen.

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha,Travel |
Jun
18
2013
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Kambodscha hat ein neues, kleines Angkor Wat: Mahendraparvata

Es hat lange gedauert, und keiner wusste so wirklich was man am Ende finden würde. Aber dann waren es ausgerechnet Computer, die das große Bild schufen. Das von Mahendraparvata, einer bislang unbekannten verlorenen mittelalterlichen Stadt nahe des Berges Phnom Kulen. Das Besondere: Sie wurde 350 Jahre vor dem Bau der berühmten Tempelanlage Angkor Wat im Nordwesten Kambodschas gebaut.

LIDAR Scan Cambodia

Damian Evans ist ein Wissenschaftler der Universität Sydney führte mit lokalen Helfern die Expedition durch den Dschungel. Um zu wissen, wohin er gehen musste, hatte man die Gegend mit der LIDAR Methode vermessen. Dabei wird – ähnlich wie beim Radar – ein Gebiet mit Laserstrahlen abgetastet. Und als man alle Daten zusammenhatte, sah man es: Strassennetze und Strukturen, die man niemals vom Boden aus bemerkt hätte. Nun wussten die Wissenschaftler, wohin sie gehen mussten. Ausgestattet mit GPS-Empfängern schlugen sich Evans und seine Kollegen durch den Dschungel, immer auf der Hut, weil es dort neben allerlei gefährlichen Getier auch noch Landminen gibt.

Zwei Dutzend Tempelanlagen hat man bisher gefunden. Viele sind im Boden verborgen, lediglich hier und da finden sich ein paar behauene Steine, die von der frühen Kunst der Khmer zeugen. Noch gibt es viele Rätsel zu lösen, wie das der kleinen Hügel am Phnom Kulen. Man vermutet es seien Grabanlagen, aber ob das stimmt, müssen erst weitere Untersuchungen zeigen.

Man weiss, dass die Stadt auch noch zur Angkok Wat-Zeit bewohnt war, man weiss aber auch, dass sie schon vorher gebaut und bewohnt war. Warum sie verlassen wurde, ich nicht bekannt. Es könnten an fehlenden Ressourcen gelegen haben: Irgendwann wurde die Stadt zu gross und konnte ihre Bewohner nicht mehr mit Wasser und Brennholz versorgen. Denn wie heute im Dschungel hat sie nicht gelegen: Man weiss aus Angkor Wat, dass damals großflächig Wälder abgeholzt wurden, weil man das Holz als Bau- und Brennmaterial benutzte.

Mehr dazu bei The Age

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha |
May
05
2011
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Südoastasien: Ein Paradies fur Kaffeefreunde

Ich gehörte schon in Deutschland zu den Menschen, die offensichtlich vom Starbucks-Virus befallen waren bevor es Starbuck eigentlich gab. Ich liebe es in Cafes zu sitzen, dort zu lesen oder gar zu arbeiten. Laptops sei Dank!
Südostasien ist deshalb ein Paradies fuer mich. Ob Kambodscha, Vietnam, Thailand oder Laos: Uberall gibt es kleine oder grosse Coffeeshops, wo man nicht nur sehr guten Kaffee bekommt, sondern in der Regel auch immer kostenloses Internet hat (Thailand ist da leider zunehmend eine Ausnahme).
Selbst in Bac Lieu, einer eher abgelegenen Stadt im Süden Vietnams, gab es solche Cafes. Und natürlich auch in Laos. Der Vorteil hier ist dass oftmals auch laotischer Kaffee gebrueht wird, oft ein sehr guter Arabica, während man in Vietnam meistens den dortigen Robusta bekommt, eine eher bittere Sorte, die aber beim Rösten oft veredelt wird.
In Kambodscha kann man hier und da Illy Kaffee finden, den wohl besten Espresso den man kaufen kann (Cafe Sentiment am Monivon hat ihn zum Beispiel). Illy in Vietnam hat gar eine eigene Kaffeehauskette, dort ist auch Trung Nguyen oder Highlands Coffee zu empfehlen. In Laos hat Joma ein Cafe in Luang Prabang und zwei in Vientiane und serviert sehr guten Cafe. Das git auch fuer die Scandinavian Bakery am Nam Phou Square.

Written by thomaswanhoff in: Asien,Food,kambodscha |
Nov
03
2010
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Insekten: Der neue Proteinlieferant

Crickets and other food

Wer in Asien unterwegs ist, wird kulinarisch verwöhnt. Leckere Nudelgerichte, scharfes Curry, saftige Mangos – ein Paradies für Feinschmecker. Wer aber noch weiter eintaucht in die Welt der Speisen, der wird unweigerlich auch etwas ungewöhnlichen Proteinlieferanten begegnen: Insekten. Sie werden in Asien in allen möglichen Zubereitungsformen angeboten. Da sind Bambuswürmer, Heuschrecken oder gar Vogelspinnen. Letzere sind eine Delikatesse unter anderem in Kambodscha. Wer dort Insekten testen will, kann ins Turi-Restaurant gehen, oder aber, ganz authentisch, welche gegenüber dem Königspalast kaufen.
Eine kleine aber sehr unterhaltsame Einführung in Insekten als Speise hatte gerade der Bangkokpodcast. Im Halloweenspecial verkosteten die Macher mit ihrem Publikum gleich mehrere verschiedene INsekten, aber auch Frösche. Die Sendung ist zwar auf Englisch, ich kann sie aber nur empfehlen.

Was uns exotisch anmuten mag, ist in Asien eher eine Delikatesse. Es könnte bald aber noch viel mehr sein. Wenn zum Beispiel der Mekong durch Dämme bald nicht mehr genug Fisch liefern kann, müssen sich Länder wie Kambodscha und Laos neue Proteinquellen suchen. Fleisch scheidet in der Regel aus weil es zu teuer in der Produktion ist. In Laos gibt es jetzt schon einige Programme, unter anderm von den Vereinten Nationen, die untersuchen inwieweit Insekten eine Alternative sein könnten.

Man muss dazu aber wissen, das der gemeine Asiate nicht den ganzen Tag Spinnen ist. So etwas ist eher die Ausnahme, oft werden zum Beispiel gebackene Heuschrecken eher als Snack gegessen denn als Hauptgericht.

Eines der leckersten Gerichte, dass ich aus Kambodscha kenne, ist ein Reisgericht mit gebratenen roten Ameisen.

Foto by Mark Belokopytov Licence http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Written by thomaswanhoff in: Asien,Food,kambodscha,Thailand |
May
18
2010
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Reisen nach Thailand

… verkaufen sich gerade etwas schwer. Doch soll man wirklich nicht nach Thailand reisen?
Ich denke Phuket und Koh Samui sind sicher und dort gibt es keine Proteste. Strandurlaub ist also gesichert, und der Flughafen in Bangkok ebenso. Die Proteste sind in der Innenstadt. Allerdings sollte man derzeit wirklich nicht auch nur in die Nähe der Proteste gehen, also nix mit Shopping.
Übrigens ist es auch gar kein Problem, nur in Bangkok umzusteigen und zum Beispiel nach Laos, Kambodscha oder Vietnam weiterzufliegen. Diese Länder bieten ebenfalls reichhaltige Kultur, tolles Essen und – vor allem Vietnam – auch schöne Strände.

Natürlich gibt es immer ein Risiko beim Reisen in ferne Länder, aber noch sterben Ausländer in Asien bei Verkehrsunfällen oder weil ihnen eine Kokosnuss auf den Kopf fällt. Und wer am 1. Mai in Berlin oder Hannover in der falschen Strasse steht, kann auch sein blaues Wunder erleben.

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha,Thailand,Vietnam |
Apr
09
2010
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Unfallbearbeitung in Südostasien

Ich möchte das mal um eine weitere Sicht der Dinge in Südostasien ergänzen.
Es klingt nicht nur gruselig, es ist es auch: In Vietnam (aber auch in Kambodscha) passiert es immer wieder, dass ein LKW-Fahrer statt einem Unfallopfer zu helfen es noch einmal überfährt, um sicher zu sein, dass es tot ist.
Unfall in Hoi An by Marika
Der Grund: Für einen Verletzten muss der Fahrer ein Leben lang zahlen, und zwar an die Familie, für einen Toten gibt es eine einmalige Zahlung. Auch die Gefängnisstrafen fallen geringer aus, schlicht weil der Tote nichts mehr Belastendes sagen kann. Zeugen finden sich ohnehin kaum welche, und oft genug kann auch die Firma des LKW-Fahrers einen gewissen Einfluss auf einen Urteilsspruch nehmen.
So nachzulesen in einem Bericht der Thanh Nienh News am vergangenen Wochenende

Truck drivers often say it’s better to kill someone in an accident than injure them. The logic, half urban legend, half real, is that those responsible for injuries have to pay compensation for the rest of a victim’s life, while those who kill someone in a traffic accident only make a one-off payment and possibly a short jail sentence.

Ein Verkehrsunfall in Vietnam (und auch Kambodscha) kann mehrere Szenarien haben: Tötet ein Fahrer einen Menschen in einem Dorf auf der Durchfahrt, so wird er Gas geben und so schnell wie möglich fliehen – zumindest bis zur nächsten Stadt. Der Grund: Verärgerte Dorfbewohner könnten in lynchen. In Vietnam ist diese Gefahr geringer als in Kambodscha, wo solche Fälle oft genug passieren. Wird ein Mopedfahrer verletzt und der Unfall beobachtet, kommen viele Menschen zum Unfallort – und entledigen ihn erstmal seines Telefons und Geldes. In Kambodscha werden dann Fotos gemacht, die später in aller Brutalität in lokalen Zeitungen erscheinen.

In Vietnam ist in der Regel die Polizei vor Ort (nicht immer sofort) und wird bei tödlichen Unfällen oder solchen mit Schwerverletzten auch einen Verfahren eröffnen. Das ist aber oft genug nur ein formaler Akt, der aber mit bestimmten Gebühren verbunden ist.

Je schneller ein Fahrer eine Kompensation zahlt, umso besser, gleich, ob das für die (oft aufwändige) Beerdigung reicht.

“We had to place her coffin on the sidewalk during the funeral because the house and the alley were too small,” Mai said, adding that they had to borrow illegal high-interest loans of VND60 million from shady loan sharks for the funeral.
The family still owed VND40 million in loans after using Tuan’s VND20 million in compensation.

Der Grund warum Fahrer oft genug ohne eine Strafe wegkommen, liegt im System:

“In reality, finding witnesses and corroboration that the driver deliberately murdered a road accident victim is extremely tough,” said Nong.

Es finden sich vor allem nicht wirklich glaubwürdige Zeugen, weil die meisten Partei ergreifen – manchmal auch gegen Gebühr. Und da gilt dann in der Tat im Zweifel für den Angeklagten.

Mir wurde im übrigen auch berichtet, dass es bei LKW-Fahrern das 3-Strikes-Prinzip gibt. 3 Tote bezahlt die Firma.

Foto von Marika

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha,Vietnam |
Mar
22
2010
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Südostasien wirbt mit gemeinsamer Webseite

Einigkeit herrscht nicht immer bei den südostasiatischen Ländern, und ein gemeinsames Auftreten abseits eines ASEAN-Gipfels sieht man auch selten. Im Tourismus wird es jetzt versucht: www.southeastasia.org ist eine Webseite die Touristen alles notwendige an Informationen üebr die Destination Südostasien bieten soll.

Rubriken aufgeteilt in
Beach, Nature & Wildlife
Cruise, Tours & Rail
Education & Volunteering
Fun & Leisure
Outdoor & Water Sports
Culture & Heritage
Food & Nightlife
Health & Spa

sollen dem Reisenden eine erste Orientierung geben. Culture und Heritage beispielsweise listet nicht nur Tempel und Bauwerke, sondern auch Veranstaltungen rund um die Kultur in Asien. Interaktive Karten, ein Forum und ein Fotogewinnspiel lassen den Webseitenbesucher auch ein wenig mitmachen.

Beim Booking allerdings stürzte im Test der Server erst ab, dann stimmt das CSS nicht. 🙂 Angeboten wird ein Service der offenbar mehrere Webseiten durchsucht.

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha,Thailand,Vietnam |

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