Dec
01
2014
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Auf dem Fahrrad durch Khao Yai

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Letzte Woche hatten wir zwei Tage frei und fuhren nach Khao Yai für eine Radtour. Khao Yai ist ca. 2 Stunden von Bangkok entfernt, hat einen großen Nationalpark und ist auch berühmt für seine Weingüter, Milchproduktion und kühle Witterung im Winter. Wir buchten die Tour mit Spiceroads, einem bekannten Unternehmen, das alle möglichen Arten von Fahrradtouren in Thailand anbietet. Wir haben eine bereits in Chiang Mai mit denen gemacht und haben es sehr genossen.

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Wir wurden um 7.30 Uhr an der BTS Ploenchit abgeholt und obwohl wir eine Gruppenreise gebucht hatten waren nur wir zwei dabei. Glück gehabt. Es dauerte 2 Stunden, um mit dem Kleinbus (leider keine Sicherheitsgurte) an den Drop-Off Punkt in Khao Yai zu kommen. Von dort aus radelten wir los, in der Regel auf kleinen und leeren Straße, manchmal auf unbefestigten Dirtroads. Spiceroads hatte uns bestens ausgestattet, mit brandneuen Sport-Mountainbikes Helme.

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Die Fahrt am ersten Tag war etwa 30 km lang – viel mehr, als im Programm ausgeschrieben. Auf der Webseite hieß es “Diese Tour ist für den anspruchsvollen Reisenden entworfen worden; jemand, der die Landschaft genießt, es liebt, ein Fahrrad zu fahren und eine Vorliebe hat für guten Wein und gutes Essen. Es ist auch eine gute Tour für Familien..”

Ganz so war es nicht. Die Hitze machte uns ganz schön zu schaffen. Wir hatten gedacht es sei kühler um diese Zeit. Mit Kinder möchte ich diese Tour nicht machen.
 
Dann machten wir einen Halt in PBValley, die älteste Weinkellerei in Khao Yai. Sie ist für Touristen geöffnet, aber das bedeutet nicht, dass sie einen guten Service haben. Das Restaurant ist alt, das Essen furchtbar (westliche Küche) und die sie sagten uns nicht mal, welche Art von Wein serviert wurde.

Wir einen Rundgang durch die Weinberge und die Produktionsstätte. Das war gut organisiert und gut erklärt. Die Weinprobe war wiederum Enttäuschend: nur drei Weine (rot, weiß und rosé) und es waren die billigsten. Sie verkaufen diese Plörre für 600 Baht, und das ist eine Unverschämtheit. Sie erhielten Auszeichnungen für einige Weine, die sie für 1500 Baht zu verkaufen, aber die konnten wir nicht probieren.
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Biken in Khao Yai ist schon schön. Trotz des heißen Wetters hatten wir eine Menge Spaß, vorbei an Bauernhöfen, kleine Dörfern, entlang an Ringelblumenfeldern und Tapioka-Farmen. Unsere Übernachtung war im Cabbage and Condoms Resort. Es hat es seine besten Tage schon gesehen, wir waren die einzigen Gäste, aber das Zimmer war sauber, das Essen war wirklich gut, und sie haben einen schönen Pool.

Der zweite Tag begann mit einem steilen Anstieg, und wir entschieden wir uns für den Van, um genügend Energie für die restlichen 20 km haben. Wir hielten noch einmal an einem kleinen Weinkeller an – der Wein war nicht gut, aber sie machen guten Traubensaft und getrocknete Früchte.

Von dort ging es zurück nach Bangkok, wir kamen vor der Hauptverkehrszeit an und wurden bei einer BTS-Station rausgelassen. Yo, unser Guide, hatte eine wirklich guten Job gemacht, erklärte viel, kümmerte sich um uns , beobachtete den Verkehr und wies uns auf jedes Schlagloch hin. Keine Beschwerden.

Der Nachteil ist, dass die Tour ist recht teuer: 9000 Baht ist eine Menge, auch mit Führung, Transport und Unterkunft. Aber man zahlt wohl dafür dass die die Route ausgesucht haben und sich um alles kümmern.

Written by thomaswanhoff in: Thailand |
Aug
07
2014
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Urlaub in Asien ist nicht gefährlich, aber…..

Gerade machen wieder weniger gute Nachrichten aus Malaysia die Runde: In Kuching sind zwei junge Engländer erstochen worden.

Police said Neil Dalton and Aidan Brunger were killed in an alcohol-fuelled incident and four men had been arrested in connection with their deaths.

In Pattaya ist ein Amerikaner mit mehreren Messerstichen ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er sich mit einem Einheimischen gestritten hatte. Dieser hatte ihm wohl die Vorfahrt genommen.

Vor etwa einem Jahr hatte ein Taxifahrer ebenfalls einen Amerikaner mit einer Machete nicht weit von unserer S-Bahn-Station zerhackt. Der Fahrgast hatte sich über einen zu hohen Fahrpreis beschwert und dann wohl dem Taxifahrer Kaffee ins Auto geschüttet.

Es gibt zahllose solcher Fälle, aber kaum Statistiken. Das soll nicht heissen dass es hier in Asien sehr gefährlich ist. Es ist hier so gefährlich wie überall auf der Welt. Aber es gibt ein paar Besonderheiten.

Zum einen denken Touristen oft, dass sind hier alles nette, friedliebende Menschen, die lächelnd und beseelt durchs Leben schweben. Dem ist nicht so. Die meisten Menschen müssen hier sehr hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten. Acht Stunden Tage sind weitgehend unbekannt. Dazu kommen mangelnde Erziehung und Bildung, Drogen- und Geldprobleme.

Zum anderen können Asiaten oft mit spontanen Wutausbrüchen von Ausländern nicht umgehen. Nicht dass Thailänder nicht auch wütend werden können, das können sie sogar gut. Aber es dauert ein wenig länger als bei uns. Und sie fühlen sich durchaus bedroht, wenn so ein 2 Meter Amerikaner anfängt loszuschreien.

Messer sind eine legale – weil für andere Zwecke nutzbare – und einfach zu handhabende Waffe. In dieser Region werden viele Konflikte noch mit der Waffe ausgetragen und die Schwelle die Waffe zu benutzen ist mit Sicherheit niedriger als in westlichen Ländern (auch wenn die USA bei diesem Rennen auch ganz vorne ist).

Bei den beiden ersten oben genannten Fällen kam hinzu, dass sowohl Alokohl im Spiel war als auch die späte Tages- bzw. Nachtzeit. Deshalb mein dringender Rat: Erstens sich nicht betrinken und dann nachts durch die Straßen ziehen. Zweitens jedem Konflikt aus dem Weg gehen und den Ärger runterschlucken. Auf keinen Fall andere provozieren. Ich bin in 7 Jahren in Asien noch nicht annähernd in eine gefährliche Situation geraten, aber auch nur weil ich meine eigenen Ratschläge befolge.

Written by thomaswanhoff in: Asien,Thailand |
Jul
30
2014
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Der Palast in Bangkok hat immer offen

Gestern mussten wir auf die deutsche Botschaft, um eine Wohnsitzbescheinigung zu bekommen (was dort 50 Euro kostet, eine Unverschämtheit). Dort trafen wir eine deutsche Familie, die recht frustriert war. Was war passiert?

Grand palace
Die Eltern samt zwei Kinder waren vorgestern in Bangkok angekommen und wollten gestern gleich die obligatorische Tour zum Grand Palace machen. Sie fuhren mit der Bahn zum Pier am Sapan Thaksin, und auf dem Weg zum Boot hielt sie ein Tuktukfahrer an. Er fragte wohin sie möchten und als sie sagten, zum Palast, antwortete er der Palast sei geschlossen. Er könne ihnen aber für wenig Geld ein paar andere Sehenswürdigkeiten zeigen. Die vier Urlauber willigten ein und los ging die Reise. Nach ein paar Tempeln hielten sie an einem Schneiderladen an. Dort, so sagte der Tuktukfahrer, gäbe es Weltmarken zu Sonderpreisen. Armani und so. Papa war ganz ausser sich und orderte nicht nur Anzüge, sondern bezahlte auch im Voraus: 1000 Euro (!). Am nächsten Tag, so der Schneider, würde man die Anzüge ins Hotel bringen. Er überreichte noch die Visitenkarten, und dann ging es zum Mittagessen. “Komisch, dass die hier keine Preise am Menu haben”, wunderte sich Muttern, und nach dem Mahl präsentierte man ihnen eine saftige Rechnung (sie haben mir den Preis nicht gesagt).

Irgendwann dämmerte ihnen, dass 1000 Euro eigentlich viel Geld seien, und sie suchten im Internet nach entsprechenden Stichworten. Schnell zeigte sich, dass sie wohl Betrügern aufgesessen waren. Sie gingen zur Polizei, die sie zur Botschaft schickte – was immer das für einen Sinn haben soll, ausser das in der Regel die Polizei mit den Betrügern unter einer Decke steckt, oder zumindest Zuwendungen für Wegschauen bekommt. (Was merkwürdig ist, ist die Tatsache, dass sie nicht mal abgewartet haben, ob die Anzüge überhaupt geliefert wurden. Sie hatten auch keine Ahnung, wo der Laden eigentlich war, und ob die Visitenkarte wirklich stimmt).

Der Knaller zum Schluss: Beide Eltern arbeiten in Deutschland bei …. wait for it… der POLIZEI.

Was lernen wir:
Erstens: der Palast hat so gut wie NIEMALS geschlossen. Und wer sich nicht sicher ist, fährt trotzdem hin. Wenn die Tür zu ist, und nur dann, ist er geschlossen (was einmal im Jahr vorkommt, wenn überhaupt).

Zweitens: Man lässt sich nicht vorm erstbesten Tuktukfahrer abschleppen. Thais sind freundliche und liebe Menschen, aber wie überall auf der Welt, vor allem wo Touristen sind, wird die Leichtgläubgkeit von Urlaubern auch ausgenutzt. Ich würde grundsätzlich von Tukturfahrten abraten, sie sind teurer als Taxis, weniger sicher, und viele wollen betrügen. Wer es probieren will, soll es in der Innenstadt für eine kurze Strecke (Siam Paragon nach Asok zum Beispiel).

Drittens: Es gibt keine günstigen und guten Schneider in Bangkok. Punkt. Die Stoffe sind alle minderwertig, der Schnitt hat nichts mit dem zu tun, was bei der Anprobe gemessen wurde. Im übrigen unterstützt man damit oft auch Kinderarbeit oder Ausnutzung, weil die Anzüge von Familienmitgliedern über Nacht genäht werden.

Viertens: Ein normales Restaurant hat natürlich Preise auf der Speisenkarte. Billige Gerichte gibt es unter 100 Baht, der Durchschnitt für thailändische Gerichte in Touristengegenden ist 150 Baht. Über 200 Baht ist teuer, und muss schon gutes Fleisch oder Meeresfrüchte sein.

Es lohnt sich immer, nicht nur eine Fantasievorstellung vom Land zu haben, in das man reist, sondern mal nachzuschauen, was einen dort wirklich erwartet. Thailand ist ein Land wie jedes andere, es ist kein Freizeitpark in dem jeder Einwohner ein Angestellter im Tourismus ist. Der Tourismus macht 6 Prozent des BSP aus, ganz so wichtig ist er also nicht.

Natürlich kann man sich heute alles im Internet selbst zusammensuchen, günstige Hotels, Flüge, Touren. Aber manchmal, vor allem bei Touren und Hotels, kann das auch schief gehen. Wer es sich leisten kann, sollte mindestens nicht die billigste Kategorie nehmen (warum ist das wohl billig?). Besser, sicherer und komfortabler, wenn auch etwas teurer ist, mit einem Reiseveranstalter zu buchen. Das geht auch für Einzelreisende, man muss keine Gruppentour buchen. Das örtliche Reisebüro informiert da (hoffentlich) gerne.

Written by thomaswanhoff in: Asien,Thailand,Travel |
May
28
2014
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Ein Putsch in Thailand

Das Militär hat – mal wieder – in Thailand die Macht übernommen. Das hat natürlich Auswirkungen auf Wirtschaft und Politik in Thailand, aber weniger auf das tägliche Leben. Und vor allem kaum auf den Tourismus.

Die Ausgangssperee wurde gerade gelockert und ist jetzt nur noch von Mitternacht bis 4 Uhr morgens in Kraft. Alle Sehenswürdigkeiten sind frei zugänglich, man sieht auch keine Soldaten auf der Straße. An den Urlaubsstränden wie auf Phuket oder Koh Samui wird man gar nicht merken, dass sich etwas geändert hat.

Die Armee regiert zurzeit mit harter Hand, Demonstrationen gibt es nur vereinzelt und im kleinen Ausmaß. Bangkok ist also genauso sicher wie vor dem Putsch – von den üblichen Gefahren einer Großstadt einmal abgesehen.

Wer also eine Reise nach Thailand schon gebucht hat oder buchen will, kann das ruhigen Gewissens tun.

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May
20
2014
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Ausnahmezustand in Thailand

Heute hat das thailändische Militär den Ausnahmezustand ausgerufen. Im Wesentlichen heisst das, dass die Armee jetzt übernommen hat, vor allem was die Sicherheit angeht. Soldaten sind an Kreuzungen und wichtigen Straßen postiert, die partei-nahen TV-Sender wurden abgeschaltet, andere Sender und Medien wurden aufgerufen, keine Gerüchte zu verbreiten (was de facto einer Zensur gleichkommt).

Das tägliche Leben hat sich nicht geändert, ausser dass es zu ein paar Verkehrsproblem kommen könnte. Urlauber können ohne Probleme durchs Land reisen, es gibt kene Ausgangssperren oder Ähnliches. Ich rate nur, die Lage zu beobachten. Vor allem BBC hat einen hervorragenden Korrespondenten in Bangkok, der sehr aktuell berichtet.

Wer Fragen hat zu Reisen in Thailand, kann sich gerne uuber die Kommentare melden.

Written by admin in: Uncategorized |
Apr
25
2014
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Wenn der Muezzin den Urlaub ruiniert

Manchmal ist es einem ja schon peinlich, wenn man Reise-Newsletter sieht und feststellt, dass es Landsleute gibt, die wohl einen gehörigen Schuss haben. “German tourists sue over vacation “ruined by Islamic prayer call” muss ich da lesen, und es geht um ein deutsches Ehepaar, dass sich beim Urlaub in der Türkei, genauer in Doganbey, durch die Gesänge des Priesters gestört fühlte.

Nun weiss ich aus eigener Erfahrung bei Reisen in muslimischen Ländern, dass die Rufe zum Morgengebet gewöhnungsbedürftig sind, aber so wird es Muslimen wohl auch gehen, wenn sie deutsche Kirchenglocken hören.

Es ist aber völlig egal ob das einem gefällt oder nicht: Andere Länder, andere Sitten. Wem das nicht passt soll es so machen wie die meisten Deutschen und brav zu Hause bleiben. Gut ist das dass Gericht den Fall gleich verworfen hat mit der offensichtlichen Begründung, dass das eben so sei in der Türkei.

Schön fand ich das Ende des Artikels:

“Many tourists, both Muslim and non-Muslim alike, come to Muslim countries like Turkey specifically to be enchanted by the mystical and melodious sound of the Adhan, which has been recited throughout the Muslim world for over 1,400 years.”

Eben. Drum.

Written by thomaswanhoff in: Hotels,Naher Osten |
Apr
18
2014
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Die größte Wasserschlacht der Welt: Neujahr in Südostasien

Wenn die Thais im April Neujahr feiern, dann erlebt man dieses sonst eher zurückhaltende und schüchterne Volk von einer anderen Seite: Songkran heisst vier Tage lang feiern, was das Zeug hält. Und zum Feiern gehört Wasser, eine Menge Wasser. Was einst gedacht war als spirituelle Handlung (eine Art Waschung) hat sich im Laufe der Zeit zu einer gigantischen Wasserschlacht entwickelt. Wer in den vier Tagen von Songkran nicht nass werden will, muss zu Hause bleiben – oder im Hotel.
Songkran in Thailand

Aber nicht nur die Thais feiern so: Auch in Laos und Myanmar wird Wasser gespritzt als ob es keine Trockenheit gäbe (was übrigens ein Problem ist, weil es nämlich eine gibt). In Laos ist es Phi Mai (New Year), in Myanmar ist es Thingyan. Und man sagt, in Yangon sind die Wasserschlachten die heftigsten.

Wer in Bangkok feiern will, dem rate ich zu den Feiern an der Central World Shopping Mall. Hier feiern viele Thais, und man hat trotzdem eine tolle Party. Die Kaosan Road ist vor allem für Ausländer, meistens Backpacker, die sturzbetrunken halbnackt durch die Straße laufen. Silom Road ist ebenfalls eine Partyzone, aber ziemlich überlaufen (und in diesem Jahr wohl in Hand der Gay-Community).

In Laos kann mann das Neue Jahr sowohl in Lauang Prabang als auch in Vientiane feiern. Ersteres ist etwas ruhiger und spiritueller, in der Hauptstadt hingegen geht die Post ahn: Beer Lao hat eine eigene Partyzone, und die jungen Laoten haben ihren Spaß auf Pickups durch die Stadt zu fahren und jeden nass zu machen der in den Weg kommt. Am Phi Mai Sonntag gilbt es auch eine Prozession in der Innenstadt, während der nicht gespritzt wird.

People celebrating Lao Phi Mai in Vientiane

People celebrating Lao Phi Mai in Vientiane

Songkran ist übrigens weder eine thailändische Erfindung noch eine aus Laos. Es hat seine Ursprünge in Indien und wurde dann adaptiert. In Kambodscha wird ebenfalls im April gefeiert, und zwar das Wasserfest, aber ohne die Wasserschlachten. Statt dessen gab es dort in der Vergangenheit Bootsrennen am Fluss, nachdem aber vor einigen Jahren eine Massenpanik viele Tote forderte und später Demonstrationen in der Stadt den Rücktritt von Premier Hun Sen forderten, ist das Fest in den vergangenen Jahren abgesagt worden. Statt dessen gehen die Khmer in die Tempel und besuchen die Familie.

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha,Thailand |
Apr
04
2014
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Angkor Wat entdecken mit Google Street View

Es ist eher Zufall dass ich Angkor Wat nochmal im Blog habe, aber die News ist einfach zu gut: Das Google Street View Team hat die Tempelanlage online gestellt. Wer möchte kann nun virtuell durch alle Tempel laufen und sich mal ein Bild davon machen, wie grossartig und weitläufig Angkor ist.

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Das Google Maps Team kam bereits 2013 nach Kambodscha und begann dort erfolgreich Phnom Penh zu kartieren. Für Angkor Wat wurden 90.000 Bilder in 360 Grad Ansich gemacht, und zwar von über 100 Tempeln. Das bedeutet, dass auch manche für Touristen geschlossene Tempel dabei sind.

Ich war etwa 12 Mal in Siem Reap und in Angkor, aber ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Wer dem Link oben folgt bekommt ein paar direkte Links zu Tempel. Man kann auch einfach Angkor Wat bei Google Maps eingeben und dann Street View Modus einschalten. Aber Achtung: Man kann sich sehr schnell verlaufen. Gut dass der Ausweg nur einen Mausklick weit weg ist (oder einen Tap aufs Touchpad).

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Apr
03
2014
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Waisenhaus-Tourismus: Nein, es hilft nicht Kindern in Kambodscha

Bei ETN ist gerade ein sehr engagierter Artikel über Waisenhaustourismus in Kambodscha erschienen, der sich an einem Bericht der Huffington Post aufhängt. Ich habe zwei Zahlen herausgepickt:

75 Prozent mehr Waisenhäuser
71 Prozent der Waisen haben Eltern

Kids near Siem Reap

In der Tat ist Waisenhaustourismus Big Business. Man tut nichts Gutes. Die Kinder arbeiten quasi als Waisen und müssen oft auch noch in Handarbeit Souvenirs herstellen, was gerne auch als eigenes Business dargestellt wird – nur gehen die Profite nicht an die Kinder.

Kostprobe aus dem Artikel:

Tourists are being bussed to these so-called orphanages in droves thinking they are doing something good when in fact it is more likely to be doing harm. Even Australian Geraldine Cox, supported by Cambodian Prime Minister Hun Sen, the “Queen of Orphanage Tourism” has said that there are many false places with no effective child care policies in-place.

Ein paar Erfahrungen die ich gemacht habe: Kambodschanische Kinder haben sehr wohl schon Weisse gesehen, und sie freuen sich nicht wenn westliche Touristen mal vorbeikommen. Was ich in Waisenhäusern und Schulen am meisten gehört habe war: “Aber Du bist ja nur einen Tag/Woche/Monat hier, dann gehst Du wieder.” Sie lernen auch nicht Englisch an einem Tag, und Fussball können sie auch untereinander spielen – meist besser als wenn übergewichtige Touristen schwitzend dem Ball hinterher rennen.

Volonturism hilft dem Gewissen der Touristen und den Bankkonten derer die es organisieren, aber nicht den Projekten vor Ort. Dann bitte zu Hause bleiben und dem Projekt den Reisepreis inklusive Flug überweisen (nicht aber einem Waisenhaus, bitte).

Huff Post Autor Adam Pervez (er nennt sich auch noch Professional Volonturist, was an sich schon eine Frechheit ist), scheint nicht wirklich eine Ahnung zu haben wie man hier in der Dritten Welt lebt, wenn er rät:

For those seeking to minimize their impact on the environment, use public transportation in cities and buses or trains to reach new destinations. Bring a water bottle with you and fill it with clean water wherever possible to avoid buying bottled water. You can also buy carbon offsets to mitigate your environmental impact for the miles you will travel. You will also get to walk a mile in local shoes, which often leads to incredible experiences.

Erstmal ist ein moderner Minivan mit neuester EU-Norm wesentlich umweltfreundlicher als die uralten Busse, und vor allem ist er auch sicherer. Die Straßen hier sind sehr gefährlich und in einem Fahrzeug ohne Sicherheitsgurt zu sitzen zeugt von Selbstmordabsicht. Das Auffüllen von Wasserflaschen ist eine Glaubensfrage und nicht wirklich überall möglich – ich habe das bisher nur in Thailand gesehen.

Volkommen albern ist aber das:

Shop or eat at a multinational chain and your impact is much less than shopping and eating at small, family-run stores and restaurants

Der Unterschied ist nämlich, dass Angestellte in den “multinational chains” erstmal überhaupt ein Gehalt bekommen, und in der Regel auch über dem Mindestlohn. Sie haben in der Regel auch genügend Zeit, nebenbei zu studieren und bekommen oft auch eine Sozialversicherung (ich habe mit Angestellten zum Beispiel von Pizza-Company genau darüber gesprochen). Ein Familienbetrieb bedeutet oft genug Ausbeutung, eben kein eigenes Gehalt, keine Sozialversicherung und keine Kontrolle über Arbeitszeiten. Aber es ist ja soooo authentisch von einem 12jährigen nachts um 1 Uhr noch eine Nudelsuppe für einen Dollar zu bekommen (man stelle sich vor welchen Anteil er davon bekommt).

Ich meine damit mitnichten dass wir mehr McDonalds und Co brauchen, sondern würde es gerne sehen wenn die kleinen Familienbetriebe endlich wenigstens die eigenen Gesetze und Bestimmungen einhalten würden.

Noch ein paar Links zum Thema Orphanage Tourism:

http://www.theguardian.com/world/2014/jan/02/cambodia-child-protection-workers-call-for-end-to-booming-orphanage-tourism

Hier gibt es noch gute Bilder von den Invasionen der Gutmenschen:

http://www.thomascristofoletti.com/portfolios/the-boom-of-the-orphanage-tourism-in-cambodia/

Und schliesslich muss man der Huff Post zu Gute halten, dass sie auch anders kann:

http://www.huffingtonpost.com/daniela-papi/cambodia-orphanages-_b_2164385.html

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha |
Mar
31
2014
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Im Luxus-Zelt wohnen und Angkor Wat entdecken

Angkor Wat war, als ich in Kambodscha wohnte, so etwas wie unser zweites Zuhause. Natürlich wollten alle Freunde und Verwarnte die uns besuchten dorthin, und sehr oft hatte meine Frau geschäftlich dort zu tun. IN der Regel haben wir in der Stadtmitte gewohnt und von dort aus unsere Touren gemacht. Jetzt gibt es aber eine etwa aussergewöhnliche Alternative: Übernachten im Luxuszelt. Diethelm Travel (ja, das ist die Firma in der meine Frau arbeitet) bietet ein sehr extravagantes Paket an.
Luxus Zelt Kamboscha
Die Zelte sind geräumige Wohnzelte wie man sie eher von afrikanischen Zeltcamps kennt und mit allem ausgestattet, was man auch in einem Hotelzimmer findet. So ist ein großes Doppelbett Standard. Im Zelt hat man 40 Quadratmeter Platz, und praktisch angebaut ist ein Bad mit Dusche und Toilette. Wer gleich seine Freunde mitbringen will, kann das tun: Bis zu 10 Gäste können im Zeltcamp untergebracht werden.
Luxuszelt Kambodscha
Das Camp wird aufgebaut wo immer man es möchte (und die lokalen Behörden es zulassen). Direkt am Angkor Wat Tempel geht das natürlich nicht, dafür aber in den Aussenbereichen, zum Beispiel Am Flussufer, auf einem den nahen Berge, bei einem der etwas ausserhalb gelegenen Tempel oder mitten im Dschungel. Für die Tempelcamps stehen Preah Khan Thom, Banteay Ampeul Temple, Koh Ker Temple, Kampy and Sambor Prei Kuk Temple zur Verfügung.
Bad im Luxus Zelt
Gekocht wird vor Ort vom eigenen Chef, der im Open Air Esszimmer die Speisen auch serviert. Buchen kann man das Ganze über Diethelm Travel Kambodscha. Am ersten Tag wird man im Mercedes Benz E280 vom Chauffeur abgeholt. Nach dem Mittagessen geht es zum Helikopterflug (20 Minuten) über Angkor und dann zu den Tempel selbst. Am nächsten Morgen geht es ins Zeltcamp und zum verlassenen Beeng Mealea Tempel und am Nachmittag zum Loh Kor Tempel. Geschlafen wird dann im Camp, dort gibt es auch ein Khmer Abendessen.

Mit 600 Dollar pro Person für die 3 Tage ist die Tour nicht billig, aber ihr Geld wert, finde ich. Ist halt auch eine Luxustour. Man kann die Tour auch umstellen, wobei dann natürlich Mehrkosten entstehen.

Written by thomaswanhoff in: Asien,kambodscha,Travel |

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